Lob der Schwerkraft


Philosophische Sentenz des Monats November 2016 auf www.museumsart.de


Wie wir überall beobachten können, haben wir es physikalisch universell mit 2 Kräften zu tun: der Schwerkraft und der Fliehkraft. Die Schwerkraft hält uns und alle Dingen am Boden des Planeten, die Fliehkraft der Erde hält den Planeten seit Milliarden von Jahren im Abstand zur Sonne, so dass sich auf der Erde Leben entwickeln konnte. Ebenso bewirkt die Fliehkraft des Mondes, dass er trotz der Schwerkraft der Erde nicht auf sie stürzt.

Die Existenz der kosmischen Fliehkraft wird - heute allgemein anerkannt - auf eine Superexplosion, den so genannten Big Bang zurückgeführt, dessen Energie alle betroffene Materie zu einer Einheit verschränkte, die sie zueinander hin streben lässt. Dem wirkt jedoch die gleichzeitig entstandene Fliehkraft entgegen. Durch die am Anfang unseres Kosmos bewirkte Fliehkraft allein würde alle Materie sich stetig voneinander entfernen und sich ohne weitere Folgen in den Weiten des Universums verlieren. Erst die Schwerkraft bremst die Expansion und bewirkt, dass unter günstigen Umständen sich Materie zusammenballt, woraus der uns bekannte gegliederte Kosmos mit allen Teilen hervorging.

Dank der Schwerkraft entstehen weiterhin neue Sterne, während ausgebrannte alte sich unter ihrem Druck mehr und mehr zusammenziehen und neue Materiezustände bilden, die dann, wie am Anfang des Kosmos, explodieren, wobei deren Energie wiederum die Entstehung neuer Teilchenverbünde bewirkt, die wir als chemische Elemente kennen. Ohne diese Elemente und ohne Sonnen und Planeten, wo die neuen Elemente aufeinander einwirken können, gäbe es also nichts, was wir kennen.

Die Schwerkraft kann daher in ihrer kosmischen Bedeutung nicht überschätzt werden, ist sie doch die Kraft, die sowohl alles zusammenhält, als auch alles Komplexere als Voraussetzung hat. Wir dürfen ihre Deutung deshalb nicht Leuten überlassen, die sie ideologisch vereinnahmen wollen. Außer dem Big Bang hat die (einer Materie zugehörige) Schwerkraft keine Ursache, sondern sie ist eine und deshalb nicht relativierbar. Sie kann auch nicht "abgestrahlt" werden, sondern ist eine unverlierbare Eigenschaft jedweder Existenz, ganz gleich, in welchem Aggregatzustand sie sich gerade befindet.

Jedes Teilchen und jede Energieform besitzt Schwerkraft und unterliegt ihr. Da gibt es keine Ausnahmen. Sie muss auch nicht zuerst durch den Raum eilen, um etwas zu bewirken, sondern sie ist seit dem Big Bang immer schon am Ort ihres Wirkens, weshalb sie ohne Zeitfaktor ist, wie das Newton schon gesehen hatte. Alle Materie unseres Kosmos ist subatomar eine Einheit, auch wenn wir gewohnt sind, ihre Teile getrennt zu sehen, um sie besser erfassen zu können.

Jede Sekunde unseres Lebens sind wir der Schwerkraft ausgesetzt und es ist klug, sie zu respektieren. Selbst der freie Fall, bei dem wir sie nicht spüren, ist ein Beweis der Schwerkraft. Im freien Fall, wie z.B. bei den Astro- und Kosmonauten im Orbit, fällt alles gleichermaßen um die Erde herum und es wäre töricht sie zu leugnen, gäbe es ohne sie nicht einmal einen Orbit, also eine Bahn um die Erde.

Wenn etwas zu seiner Existenz keines theoretischen Beweises bedarf, dann ist es die Schwerkraft, der niemand nirgends entkommen kann, ist sie doch auch nicht abschirmbar, was ihre Vorrangigkeit zeigt, deren Kenntnis jedoch eingesetzt werden kann, um ehrgeizige Ziele zu erreichen, z.B. in der Raumfahrt, wo man heute schon im interplanetaren Raum Sonden auf Meteoriten landen lässt. Seien wir also klug und respektieren das, was niemand guten Gewissens bestreiten kann: die Einheit von allem was existiert.

© HILLE 2016



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