Haben wir Einsteins "Prinzip der Relativität" schon wirklich verstanden?


Fata Morgana:
Nichts ist wie es scheint.
Und was scheint ist nichts.
Beduinenweisheit

"Ich habe die Gesetzlichkeiten der Welt
auf wild spekulativem Weg zu erhaschen versucht."
Einstein 1944 in einem Brief an Max Born
Ein anderer Weg war ihm zu gehen auch nicht möglich.

Ich denke, Einstein war ein Schelm von wahrhaft sokratischem Format:
"Ich bin der Einzige, der weiß, dass ich nichts weiß".
(Einstein verstehen heißt das zu verstehen.)

Er wünschte sich sicher auch wie Faust:
"...daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
zu sagen brauch' was ich nicht weiß;"

"Eine Ironie des Schicksals (ist),
dass die andern Menschen mir selbst viel zuviel Bewunderung und Verehrung entgegengebracht haben,
ohne meine Schuld und ohne mein Verdienst."
Albert Einstein, um 1930


Sich mit Einsteins Spezieller Relativitätstheorie auseinander zu setzen heißt, sich zuerst mit dem von ihm so genannten "Prinzip der Relativität" auseinander zu setzen, das ihr nach seinen Worten als "Voraussetzung" dient. In seiner berühmten Arbeit von 1905 "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" begründete er sein "Prinzip" mit dem Satz (entnommen den "Annalen der Physik", 4. Folge, Bd. 17 (1905), S. 891):
     "Beispiele ähnlicher Art, sowie die mißlungenen Versuche, eine Bewegung der Erde relativ zum "Lichtmedium" zu konstatieren, führen zu der Vermutung, daß dem Begriffe der absoluten Ruhe nicht nur in der Mechanik, sondern auch in der Elektrodynamik keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, sondern daß vielmehr für alle Koordinatensysteme, für welche die mechanischen Gleichungen gelten, auch die gleichen elektrodynamischen und optischen Gesetze gelten, wie dies für Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist. Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden "Prinzip der Relativität" genannt werden wird) zur Voraussetzung erheben…"

Der Kern des "Prinzips der Relativität"
     "daß dem Begriffe der absoluten Ruhe (…) keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen"
enthält mehrere sprachliche Inkonsequenzen, die mich fragen lassen, haben wir Einstein schon wirklich verstanden? Aber auch: Hat Einstein sich selbst verstanden?

Befassen wir uns zuerst mit dem Begriff "absolut". Mit "absolut" ist in der Physik eine Eigenschaft gemeint, die einer Sache selber zukommt, d.h. die nicht relativ zu etwas anderen gegeben ist, z.B. wenn man sagt: A ist schneller als B. Ohne A also kein "schnellersein" von B. Eine "absolute Ruhe" wäre also eine "Ruhe" als Eigenschaft, die eine Sache für sich hat, wie z.B. ihre Festigkeit. Und sie würde lt. Einstein "keinen Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen,". Es würde daher genügen zu sagen
     "daß dem Begriffe der Ruhe keine Eigenschaften der Erscheinungen (selbst) entsprechen",
weshalb ja eben deren "Ruhe" nicht "absolut" ist, d.h. daß sie nur beim Vergleich zu einem Bezugspunkt im Kopf des Beobachters aufscheint und mit dem Aufhören des Vergleichens wieder verschwindet.
Nun aber ist die Ruhe nur der Grenzfall der Bewegung, so dass es vollständig heißen müsste:
     "daß den Begriffen der Ruhe und Bewegung keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen".
Doch aber was meinte Einstein mit dem Ausdruck "entsprechen"? Meinte er eindeutig
     "daß Ruhe und Bewegung keine Eigenschaften der Erscheinungen sind"?
Meinte er das wirklich? Wenn nein, was könnte er sonst gemeint haben? Wenn ja, wieso aber argumentierte er dann anschließend gerade mit dem Begriff der "Ruhe", z.B. mit einem "ruhenden System", in dem ein materieller Punkt "ruht" wie Opa auf dem Sofa wenn er ein Nickerchen macht, eine Beschreibung, in der Materielles mit Geometrischen, Lebendigen und Mentalen verquickt ist? Was real nicht existiert kann doch auch nichts bewirken! Punkt, Schluss! Und wäre es nicht überhaupt richtig und ausreichend, statt umgangssprachlich von "Ruhe" und "Bewegung" einer Sache, stets nur von ihrer Lage zu sprechen, die relativ zu einem Bezug entweder gleich bleibt oder sich ändert? Damit wäre von vornherein klar, dass wir es mit der Lagebeurteilung eines Beobachters zu tun haben und nicht mit Eigenschaften von Dingen oder "Erscheinungen", weshalb wir uns jede weitere Relativierung ersparen können. Liegt also hier ein rein sprachliches Problem vor? Freilich, eine Rolle des Beobachters muss man dabei schon akzeptieren, gibt es doch ohne ihn kein Bezugssystem, kein Vergleichen und damit auch keine Lage einer Sache. Diese Rolle anzuerkennen war aber eben das bekannte Problem Einsteins! Ich komme darauf noch zurück.

Fragen müssen wir auch, was denn die "Erscheinungen" sind, von denen Einstein sprach. "Erscheinungen" gehören logischerweise zur Welt des Scheins, der sich in unserem Fall dadurch ergibt, dass das Gehirn Wahrnehmungen von Realen räumlich und zeitlich miteinander verknüpft, wodurch als eine neue Qualität eben der Eindruck von ihrer Ruhe oder Bewegtheit entsteht. Für Unbelebtes ist also das genaue Gegenteil von Einsteins Prämisse wahr, weil
     Ruhe und Bewegung einzig Eigenschaften der Erscheinungen sind!
nicht jedoch rein physikalischer Dinge. Bei lebendigen tierischen Wesen dagegen, die sowohl Bewegungsorgane, als auch einen Bewegungswillen besitzen, wird es in den meisten Fällen zutreffend sein, von "ihrer Bewegung" zu sprechen, da sie ja eine eigene Aktivität ist, während "die Ruhe" eine Phase entspannter Inaktivität ist, die eine gleichzeitige Fortbewegung des Körpers z.B. während der Reise in einem Fahrzeug, Schiff oder Flugzeug nicht ausschließt.

Einerseits folgte Einstein dem Sensualismus Machs, weshalb er von "Erscheinungen" sprach, andererseits wollte er als Physiker Aussagen zur physikalischen Realität machen, weshalb er den Ausdruck "absolut" gebrauchte. Und dann war da bei ihm noch das marxistische Gedankengut, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, dem er als Sozialist auch irgendwie anhing, und das seine Überzeugung vom Fehlen einer eigenen Rolle des Geistigen stützte. Der ganze Komplex ist zudem mit einer am Lebendigen geübten, in der Physik aber sachlich unzutreffenden biomorphen Seh- und Sprechweise verknüpft, wie gerade erläutert! Kein Wunder, dass da niemand ganz durchblickt und Jahr für Jahr neue Bücher auf den Markt erscheinen, die versuchen, uns mit eben dieser falschen Sprechweise, als ob es sich bei ihren Objekten z.B. um Kühe auf der Weide handeln würde, die Relativitätstheorie etwas verständlicher zu machen, was natürlich nicht gelingen kann, denn was keine Bewegungsorgane hat, kann sich natürlich auch nicht bewegen und damit durch "Bewegung" auch nicht angemessen erklärt werden. Und "ruhen" wie Opa auf dem Sofa tut Physikalisches schon gar nicht. Es verharrt von sich aus nur in seinem Zustand, solange keine (örtlich anwesende) Kraft an ihm angreift, wie Newton sachlich richtig sagte. Nur relativ zu einem Bezugssystem ändert sich seine Lage - oder auch nicht. Das ist alles, was es zu berücksichtigen gilt und das nenne ich, die Dinge so einfach zu beschreiben wie sie sind. Um zu dieser Einfachheit und Klarheit des Denkens und des Ausdrucks zu kommen, müssten Physiker sich als Erstes um eine ihrem Gegenstand angemessene Sprache bemühen. Doch warum tun sie es einfach nicht? Warum geben sie sich keine Mühe? Warum protzen sie immer nur mit Einsteins "Genie", obgleich mit metaphorischen Redewendungen ein angemessenes Verständnis der Dinge weder zu gewinnen, noch zu vermitteln ist? Würden Physiker anstatt von der "Bewegung" sachlich richtig immer vom Ortswechsel einer Sache sprechen, dann wäre sofort klar, dass es sich nicht um eine objektive Eigenschaft der Sache handelt, da ja "ihr Ort" und damit auch "ihre Geschwindigkeit" nur im Bezugssystem des Beobachters existieren und mit diesem wieder verschwinden, während die Sache selbst niemals etwas von "Ort" und "Geschwindigkeit" weiß, weshalb die ganze Erklärerei à la Einstein so vergebens wie überflüssig ist.

Dagegen ist es nötig, im Denken und Reden Sein und Schein zu unterscheiden und statt von "Erscheinungen" von dem Seienden zu sprechen, um das es geht, z.B. um materielle "Körper", von denen Newton sprach, während ich allgemeiner lieber von Sachen oder Dingen spreche, damit real existierendes Unbelebtes meinend, z.B. auch Teilchen, die ich als Muster von Energie verstehe, womit der Kernsatz lauten würde,
     daß Ruhe und Bewegung keine Eigenschaften sind, die Sachen/Dingen selber zukommen,
weil sie als sekundäre Eigenschaften ja nur im Kopf des vergleichenden Beobachters existieren! Damit wäre dann klargestellt, dass Einstein in seiner "Elektrodynamik bewegter Körper" physikalisch nicht mit einem "ruhenden System", der "Ruhe eines materiellen Punktes", mit "Bewegung", "ruhenden Uhren", mit einem "ruhenden Koordinatensystem", einem "ruhenden Stab", "ruhenden Maßstab", "ruhenden Raum"* usw. argumentieren darf, weil dem sein eigenes "Prinzip der Relativität" entgegensteht, sofern mit ihm reale Gegenstände/Systeme gemeint sind. Ist dieses Prinzip zutreffend, dann ist Einsteins nachfolgende Argumentation zur Speziellen Relativitätstheorie und damit diese selbst hinfällig, es sei den Einstein wollte uns eigentlich sagen,
     "daß dem Begriffe der absoluten Ruhe (und Bewegung) keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen",
     weil sie bereits Eigenschaften der realen Dinge sind,

weshalb es legitim wäre, mit deren "Ruhe" und "Bewegung" zu argumentieren. Allerdings wäre dabei wiederum nicht zu verstehen, warum es überhaupt eines Prinzips der Relativität bedarf und warum bei Einstein ein dann realer Status von Bewegung durch die Lorentztransformationen ein verschwindendes Dasein hat, die ja nur dazu dienen, den subjektiven, durch geistige Verknüpfungen entstehenden Bewegungseindruck, die Größe v, zu eliminieren, so wie das seinerzeit schon Newton mit seiner Differentialrechnung v verschwinden ließ und dabei die objektive Größe "Beschleunigung" gewann, die seine Dynamik begründete und so erfolgreich machte. Was die SRT m.E. in Grenzen brauchbar sein lässt ist die in ihrer Mathematik, den Lorentztransformationen, versteckte Wahrheit, dass die vom Beobachter gesehene Größe v eines Systems physikalisch ohne Bedeutung ist (soweit ein bloßer Bewegungseindruck vorliegt), weshalb v dort ein verschwindendes Dasein hat, während die Theorie selbst gerade an v festmacht. "Raffiniert ist der Herrgott" sagte Einstein - aber er war es auch, darum kannte er sich mit ihm so gut aus.

Es ist noch darauf hinzuweisen, dass Einstein dem Prinzip der Relativität eine zweite "Voraussetzung" anfügte, die er in den "Annalen" so beschrieb: "...und außerdem (wollen wir) die mit ihm (dem Prinzip der Relativität) nur scheinbar unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht im leeren Raum stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustand des emittierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V fortpflanze. Diese beiden Voraussetzungen genügen..." Die Geschwindigkeit des Lichtes hätte also nichts mit seiner Quelle zu tun, was für mich allein schon eine absurde Annahme ist (denn etwas, was aus einem anderen hervorgegangen ist, kann von diesem nicht unabhängig sein), wäre jedoch relativ zum "leeren Raum" von "bestimmter" Größe, der hier stillschweigend das "Lichtmedium" als Bezugssystem vertritt. Da der "leere Raum" selbst aber keine Orte hat, sonst wäre er ja nicht leer, die jedoch zur Bestimmung von Geschwindigkeit zwingend erforderlich sind, ist diese 2. "Voraussetzung" der SRT ebenso leer wie der leere Raum selbst. Physikalisches verharrt von sich aus nur in seinem Zustand - sonst nichts, absolut nichts! Dieses Beharren ist keine zufällige Eigenschaft von Materie, sondern gerade diejenige, die den Charakter des Materiellen ausmacht, das ja nicht, wie Lebendiges, über Bewegungsorgane und Veränderungswillen verfügt und deshalb auf äußere materielle Einwirkungen angewiesen ist, soll es zu Veränderungen kommen - seine fundamentale Eigenschaft der Steuerbarkeit, auf der unsere ganze Technik beruht!

Schon Aristoteles hatte erkannt, dass eine Bewegung im leeren Raum mangels Bezugspunkten nicht vorstellbar ist, weshalb er sich ja die Existenz eines Äthers ausgedacht hatte, den nachzuweisen jedoch "mißlungen" war, wie Einstein wusste. Trotzdem meinte Einstein, man könne von einer Geschwindigkeit im "leeren Raum" reden, sah jedoch selbst, daß dies mit dem Prinzip der Relativität, d.h. mit der Nichtexistenz eines absoluten Bezugs, "unverträglich" ist, was er jedoch gleichzeitig nur für "scheinbar" hielt, damit wieder alles in Frage stellend. Die SRT gründet also auf zwei Voraussetzungen, die sowohl in sich als auch untereinander widersprüchlich sind, und der Hoffnung, diese Widersprüche auflösen zu können. Doch wie Aristoteles ebenfalls schon wusste, müssen Prämissen widerspruchsfrei sein, soll aus ihnen nicht Beliebiges gefolgert werden können. Einstein aber liebte es, mit Widersprüchlichen zu argumentieren, hielt sich so beliebige Schlussfolgerungen offen, weshalb umgekehrt seine Argumente die unterschiedlichsten Interpretationen erlauben, von denen ich hier einige Beispiele gebe. Ja, ja, "raffiniert ist der Herrgott" - aber Einstein war es eben auch. Und das Raffinierteste dabei ist, dass man Relativisten nicht auf eine Interpretation von Einsteins vieldeutigen Aussagen festlegen kann: bringt man eine Deutung ins Wanken, zaubern sie schwups eine andere aus dem Hut. Und wenn diese den Argumenten wiederum nicht standhält, dann hat man eben Einstein noch immer nicht richtig verstanden, der ja etwas ganz anderes gemeint hätte (das man aber für sich behält). Und so geht es ohne Ergebnis im Kreise herum. Es ist, als wolle man einen Pudding an die Wand nageln. Dabei gibt es zwei Fraktionen unter den Einsteinanhängern: die eine sagt, es ist so, wie Einstein gesagt hätte, die andere sagt (schon etwas vorsichtiger oder auf dem Rückzug) es scheint nur so. Und überhaupt wäre man sowieso zu dumm, um Einstein begreifen zu können, so die Seiten vertauschend. Was auch charakteristisch ist, dass sich seine Anhängern nie an Einsteins ständiger Gleichsetzung von materiellen Gegenständen mit physikalischen Größen, z.B. von Uhr und Zeit und dem Hilfsmittel Koordinatensystem stoßen, von dem es noch dazu "ruhende" und "bewegte" geben soll, obgleich es "Ruhe" und "Bewegung" toter Körper ja nur relativ zu Koordinaten-/Bezugssystemen geben kann. Wie kann man also ohne Koordinatensysteme von der "Ruhe" und der "Bewegung" der Koordinatensysteme selber wissen, sekundäre Eigenschaften, die noch dazu bei Einstein entscheidend sind?

Menschlicher Verstand wird wohl niemals imstande sein, die logischen Abgründe und Zirkelschlüsse der SRT ganz auszuloten, da sie mit den Grundlagen des Denkens kollidieren. Weitere Beispiele sind: Einerseits sollen Längen und Zeiten relativ zur Geschwindigkeit (im Verhältnis zur Lichtgeschwindigkeit) sein, andererseits wird die Geschwindigkeit, als eine aus dem Verhältnis von Weg zu Zeit abgeleitete Größe, dadurch zu sich selbst relativ, gerät so in einen unendlichen Regress und verliert jede Aussagekraft. Oder: Wie können wir von der Lichtgeschwindigkeit und ihrer Konstanz wissen, wenn es die zur Bestimmung einer Geschwindigkeit erforderlich Basisgrößen angeblich nicht sind? Oder umgekehrt: Wie kann man ohne als konstant gesetzte Größen überhaupt von der Nichtkonstanz einer Sache wissen? Und durch was können wir von der "Ruhe" eines Koordinatensystems wissen, wenn nicht durch ein Koordinatensystem? Allein durch den Anschein, der mit dem Tageslicht wechselt? Was eigentlich erst durch Messen feststellbar ist, wird von Einstein schon vor aller Messung als bekannt vorausgesetzt - richtig: wie könnte man relative Maßstäbe denn auch messen, wenn es nur solche gibt? Versucht man über Fragen dieser Art ernstlich nachzudenken, wird einem garantiert schwindlig, weil es über Einsteins Theoreme in ihrer Bodenlosigkeit nie ein Wissen geben kann, das dieses Prädikat verdient. Das hatte m.E. Einstein auch selbst bemerkt, weshalb er von ihnen immer nur als von einer "Vermutung" sprach, jedoch im gleichen Satz noch anfügte: "wie dies für Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist". Mit der erwiesenen Vermutung bleibt Einstein sich hier mit seinem Sowohl-als-auch selber treu. Doch mehr als eine "Vermutung" sollten auch wir in seinem Gedankenexperiment nicht sehen! Und ich denke, dass er als Sechsundzwanzigjähriger mit der aufgezeigten Problematik einfach überfordert war. Nach 100 Jahre ist es daher an der Zeit, sich mit dem "Prinzip der Relativität" genauer zu befassen, um durch mehr Klarheit neue Ansatzpunkte für die theoretische Physik zu gewinnen.

Was besagt nun ein Prinzip der Relativität erkenntniskritisch betrachtet tatsächlich? Es besagt, dass die Bewegung von Objekten keine Eigenschaft ist, die ihnen selber zukommt. Es bedarf immer eines Beobachters, der die Lage eines Objektes in Beziehung zu einem anderen Objekt setzt, das ihn als Bezugspunkt oder Bezugssystem dient. Das ist die wahre Relativität der Bewegung: ihre Abhängigkeit von einem Bezug, den ein Beobachter setzt. Ohne einen Beobachter und seinen Bezug gibt es keine Lage, keine "Bewegung", keine "Ruhe" und keine Geschwindigkeit, wie schon Aristoteles wusste und wie jeder von uns instinktiv weiß, wenn er von der "Relativität der Bewegung" spricht. Dieser Bezug kann daher entweder nur ein realer Gegenstand, ein Koordinatensystem, oder der Beobachter selber sein, der sowieso zuerst immer alles automatisch auf sich bezieht, denn er hat das Problem, sich in der Fülle der Erscheinungen zu orientieren und Chancen und Gefahren abzuschätzen. Dinge aufeinander oder sie auf sich selbst als Beobachter oder Betroffener zu beziehen ist also ein mentaler Akt, zu denen natürlich physikalische Gegenstände nicht fähig sind, die blind und unwissend dahintreiben, nichts von Bezügen, Bewegung, Geschwindigkeit und vom leeren Raum wissend, und die einzig mittels ihrer physikalischen Potentiale miteinander wechselwirken können, sei es direkt oder über ein ihnen zugehöriges Feld. Das ist alles, was sie vermögen und genau das ist es, was man als Physiker in seiner Einfachheit verstehen muss! Und einfacher geht es einfach nicht! Es ist also völlig abwegig den Dingen zu unterstellen, sie könnten sich nach einer vom (Beobachter gesehenen) Relation zu einem fernen oder nahen Bezugspunkt richten oder nach ihrer Geschwindigkeit durch den ortlosen leeren Raum, was für mich doppelt abwegig ist - und das nicht nur "scheinbar". (Zur Verdeutlichung der Abwegigkeit brauchen wir uns nur zu fragen, was wäre wenn andere Beobachter andere, in Tempo und Richtung verschiedene Bezugspunkte für die selbe Sache wählen? Müsste sich diese dann zugleich in unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich kontrahieren? Da ist es nur gut, dass die Dinge so bleiben wie sie sind, unbeeindruckt vom "Chefingenieur des Universums" und von allen Beobachtern, seien es Menschen, Außerirdische, Hunde, Katzen oder Mäuse.) Das Prinzip der Relativität ist somit kein Prinzip der Natur und damit auch kein Prinzip der Physik, sondern ein erkenntniskritisches Prinzip, das zu verstehen jeder physikalischen Untersuchung vorausgehen muss, sollen die Phänomene in ihrer physikalischen Bedeutung verstanden werden. Und um dieses Verständnis müsste es den Physikern doch eigentlich gehen und nicht darum, durch Transformationsgleichungen sich Denkfehler schön zu rechnen anstatt sie abzulegen, so nach dem Motto: "Clever war der Einstein - doch wir sind es auch!" Doch wo es clever statt äußerst gewissenhaft zugeht, ist die Wissenschaft schon gestorben.

Erst mit der aufkommenden Atomforschung fingen Physiker an, sich über die Rolle des Beobachters genauere Gedanken zu machen, weil wegen der Kleinheit der Objekte sie sehr massiv ist. Trotz ihrer großen Erfolge, die Einstein Respekt abverlangten, vermochte er sich den kritischen Erkenntnissen der Quantenforscher nicht anzuschließen, weil ihm als Asperger-Autist eine Wahrnehmung dieser Rolle verwehrt war, weshalb er sie zeitlebens "aus dem Bauch heraus" mit Eifer bestritt - ohne zu wissen warum! Seine leidenschaftliche Opposition nahmen die Kollege hin wie ein Naturereignis, was es tatsächlich ja auch war und das wir heute verstehen können. Eine bessere Einsicht war mit ihr nicht verbunden. (s. Text (II/15) "Autismus als Forschungsgebiet. Formen des Autismus")

*Die Überstrapazierung der "Ruhe" durch Einstein ist m.E. eine Folge davon, dass er im Geiste Machs den angeblich "metaphysischen" Begriff der Kraft vermeiden wollte. Wenn Einstein von der "Ruhe" spricht, meint er zumeist eigentlich "kraftfrei", was auch der Ausdruck "Inertialsystem" besagt. Siehe hierzu meine "Anmerkungen zum Begriff der 'Ruhe' bei Einstein" auf (I/B8a) in Essay (3) "Ruhe und Bewegung".

Zur Person Einstein
Das durch das Einsteinjahr 2005 erweckte große Interesse der Menschen an der Person Einsteins, welches sie auf zahlreiche eigens erschienene Biographien zugreifen ließ, die einen schwer erkämpften verbesserten Quellenzugang nutzen konnten, z.B. von Jürgen Neffe die Biographie "Einstein", zeigten der Öffentlichkeit einen durchaus ambivalente, mit seinem Asperger-Autismus verbundene Persönlichkeit Einsteins, der ihn in einem kritischen Licht erscheinen lässt - ganz im Gegensatz zu dem, was die Betreiber des Einsteinjubeljahrs eigentlich erhofft hatten, denen an einer Glorifizierung gelegen war. (Und in Jerusalem werden noch Tausende weiterer Quellen zu Einstein eisern unter Verschluss gehalten - man wird schon wissen warum.) Statt Aufklärung zu betreiben, versucht das "Physik Journal", das Verbandsorgan der DPG, in Heft 4/2006 nun, diese peinlichen Erkenntnisse als eine "nicht legitime Spekulation über Einsteins Privatleben" abzutun, die für seine Arbeiten zur Physik ohne Bedeutung wären. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wie seine leidenschaftliche Opposition gegen die Quantenmechanik zeigt und was den Komplex seiner Relativitätstheorie betrifft, deren Unverständlichkeit Einsteins Ruhm ausmacht, weshalb die Beweihräucherung seiner ambivalenten Persönlichkeit permanent weiter betrieben werden muss. Zu ihrer Immunisierung wird im gleichen Journal angemahnt: "Dabei ist es überfällig, Einstein nicht (wie 2005) nur als ‚Gott der Physik' zu betrachten." Mit welcher einzigartigen posthumen Karriere Einsteins wir deshalb noch rechnen müssen, habe ich in (I/B8a) "Rätselhafter Einstein" in der "Generellen Nachbemerkung" in Essay (9) mir auszumalen versucht. Physik als Religionsersatz? Einstein bald "nicht nur als Gott" also Gott-Vater, sondern vielleicht sogar als Vater Gottes? Gottes Standpunkte schien er ja immer schon zu kennen, weshalb er sich oft auf sie berief, um keine Verantwortung für seine Äußerungen übernehmen zu müssen, denn er wusste nicht, wo sie herkamen. Der Mythos Einstein hat immer noch ein Potential, mit dem alles machbar zu sein scheint, um die in den Himmel gehobenen unsinnigen Thesen Einsteins samt ihren Schöpfer dort für alle Zeit zu verankern, fühlen Physiker sich ohne seinen "Genius" offensichtlich hilflos und verlassen. Kein Wunder, dass Papst Benedikt XVI. angesichts der zunehmenden Konkurrenz sein Pontifikat unter der Losung "Wider die Diktatur des Relativismus!" angetreten hat, und das ausgerechnet im heiligen Einsteinjahr 2005. Beginnt jetzt, wie schon durch die neuen, ehrlicheren Biographien eingeleitet, die These in die Antithese umzuschlagen? Wird aus einem "Gott der Physik" wieder ein fehlbarer Mensch? Einstein würde dies freuen, schrieb er doch seinem Jugendfreund Solovine 1949 in weiser Selbsterkenntnis: "Ich bin ganz gerührt über Ihren herzlichen Brief, der so sehr absticht von den anderen unzähligen Briefen, die bei dieser unseligen Gelegenheit (seinen 70. Geburtstag) auf mich niedergeprasselt sind. Sie (die Gratulanten) stellen es sich so vor, daß ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders von der Nähe gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, daß er standhalten wird und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin ..." Würde die Physik sich dieser ehrlichen Einschätzung Einsteins anschließen, könnte sie endlich aufatmen, neue Wege einschlagen und fruchtbare Perspektiven gewinnen. Einsteins eigener später Einschätzung entsprechend bin mir schon lange sicher, dass man davon ausgehen darf, dass jede Überzeugung, die man mit ihm auf dem Gebiet der Wissenschaft teilt, zuersteinmal falsch ist, bis sich das Gegenteil erweist. Aber jede abweichende Meinung ist deshalb nicht gleich automatisch richtig, wie manche Einsteinkritiker glauben, denn das Problem liegt viel viel tiefer als sie bisher dachten. Und nachbessern kann man die SRT schon gar nicht. Das hat Einstein selbst klar gesehen: "Wenn eine einzige aus ihr gezogene Konsequenz sich als unzutreffend erweist, muß sie (die Relativitätstheorie) verlassen werden. Eine Modifikation erscheint ohne Zerstörung des ganzen Gebäudes unmöglich." (Einstein 1919 in einem Interview für die Times). Sie ist ein Gesamtkunstwerk freier Phantasie und Spekulation, auch in Einsteins eigenen Augen, wie sein eingangs zitierter Ausspruch vom wild spekulativem Weg, auf dem er die Gesetzlichkeiten der Welt abseits vom verachteten "gesunden Menschenverstand" (Ursachendenken) zu erhaschen versuchte, belegt. Und ich hätte mit der SRT auch keine Probleme, denn jeder darf seine Meinung äußern, würde sie von interessierter Seite nicht immer wieder als "tausendfach bewiesene" Wahrheit und hohe Weisheit angepriesen, was sie weiß Gott nicht ist und niemals sein kann. Dass jemand, der seine wissenschaftlichen Überzeugungen als "Standpunkte Gottes" deklarierte, als Wissenschaftler überhaupt ernst genommen wird, ist nur auf dem Hintergrund des Untergangs der abendländischen Denkkultur zu begreifen. (s. I/B17)

Anmerkungen:
Unabhängig von den hier gemachten Überlegungen zum Begriff "Erscheinungen", habe ich an anderer Stelle, z.B. in (I/B8a), den Begriff so benutzt, als würde Einstein damit reale physikalische Gegenstände meinen, denen eben die Eigenschaft der "absoluten Ruhe" fehlt, womit sein Satz für mich korrekt wäre, schon weil es im ganzen mit Gravitationsenergie angefüllten Universum nirgends einen Punkt der "Ruhe" und einen Ort der Kräftefreiheit gibt, weshalb eben die Kräfte Gegenstand der Physik sein müssen.
     Einsteins Unentschiedenheit lässt aber auch den Schluss zu, dass es ihm vielleicht wirklich nur um die Synchronisierung von "Koordinatensystemen" ging, was meine Kritik an seiner Lehre ziemlich entschärfen würde, weil es ja dann z.B. nicht um zu synchronisierende reale Uhren ginge, sondern um selbst gewählte Systemparameter - auch wenn Ungereimtheiten der Aussagen bleiben. Freilich stellt sich dann die Frage, inwiefern es sich bei der SRT noch um Physik handelt oder nur um bequeme Als-ob-Annahmen mathematischer Art zu Rettung der Ätheridee bzw. ihren Ersatz, so wie einst Ptolemäus mit rein mathematischen Epizyklen die vollkommene Planetenkreisbahnen des Aristoteles zu retten versuchte. Mit diesem Aspekt habe ich mich an anderer Stelle befasst (s. die "Generelle Nachbemerkung" in meinem Text (I/B8a) in Essay 9). Aber unter jedem Aspekt bleibt für mich die Frage, was denn der physikalische Gegenstand der Speziellen Relativitätstheorie ist, da für mich Raum (Längen) und Zeit (Maß der Dauer) einzig physikalische Merkmale und Größen mentaler Art sind, die wir an die Dinge herantragen, um sie uns zuerst geistig und dann materiell verfügbar zu machen. Sieht man jedoch die physikalischen Größen gleich als die physikalischen Gegenstände an, wie Einstein, dann ist das nicht nur mehr als laienhaft (und irgendwie auch primitiv), sondern es geht den Physikern dabei auch noch das geistige Rüstzeug verloren. Beim Messen stehen sie dann mit leeren Händen da, weshalb sie ja betriebsblind annehmen, dies würden Koordinatensysteme und Uhren an ihrer Stelle tun. Doch diese liefern nur Daten, die noch dazu mit Verstand abgelesen werden müssen, um solche zu sein! Messen ist ein mentaler Akt des Vergleichens, was Relativisten aber natürlich nicht wissen können, da es für sie ja keine Rolle des Beobachters gibt. Und wo es keine Rolle des Beobachters gibt, gibt es auch keine Verantwortung desselben für sein Wahrnehmen, Denken, Reden und Tun, eine Überzeugung, die schon bei Einstein für große Erleichterung sorgte: "Dieses Bewusstsein (der geistigen Unfreiheit) mildert in wohltuender Weise das leicht lähmende Verantwortungsgefühl und macht, dass wir uns selbst und die anderen nicht gar zu ernst nehmen; es führt zu einer Lebensauffassung, die auch besonders dem Humor sein Recht lässt." Statt Aufklärung Humor als Ausweg aus einer abwegigen Physik? Physiker als Kabarettisten? Oder gleich als Clowns? Dazu heißt es im "Lesezeichen" des BR (Bayerischer Rundfunk) von Natascha Geier zu Neffes Einsteinbiographie: "Einstein ein Autist? Dazu würde passen, dass er - in der Öffentlichkeit ein humorvoller Clown - privat ein eiskalter Klotz ohne Mitgefühl gewesen sein soll." Schon 1921 wurde er bei seinem Umgang mit der amerikanischen Presse als solcher empfunden, wie Neffe in seiner Biographie schreibt (S. 398). Sein Humor war für ihn die intelligente Weise mit seinem Autismusproblem umzugehen und Distanz zu seinen "wild spekulativen" Aussagen zu halten, da es ihm an Argumenten fehlte, was es endlich zu verstehen gilt, spielten bei seinem Denken "Worte dabei keine Rolle" und es "ein assoziatives Spiel mit mehr oder weniger klaren Bildern" war. (Fundstelle SZ) Seine SRT war ihm 1905 daher auch nur "eine Vermutung", wie er schrieb. Ohne Tricksereien belegen lässt sie sich nicht.
     Hier sei auch an die von mir schon in anderen Texten gestellte und bisher unbeantwortete Frage erinnert: Abgesehen davon, dass in einem dynamischen Universum es nirgends einen Ort der "Ruhe" gibt und damit auch kein objektiv "ruhendes System", und abgesehen davon, dass Einsteins Spezielle Relativitätstheorie keinen physikalisch realen Gegenstand hat, ist die Raumzeit doch nur ein Beschreibungsmuster, was gibt es an ihrer Gegenüberstellung von "ruhenden" und "bewegten" Systemen darüber hinaus physikalisch zu verstehen, wenn wegen der Subjektivität des Bewegungseindrucks an real existierenden Systemen kein überprüfbares Kriterium zu finden ist, mit dessen Hilfe sich beide Zustände objektiv unterscheiden lassen, was ja schon die von Einstein anerkannte Gleichberechtigung der Inertialsysteme besagt? Auch Einstein konnte kein solches Sachkriterium benennen, weil es einfach keines gibt, ist es doch einzig der Beobachter, der sich durch Setzung eines Bezugs etwas für seine Zwecke als "ruhend" definiert, womit sich m.E. seine ganze Theorie und was aus ihr folgt auch aus diesem Grund von selbst erledigt, weshalb man sie alsbald aus der Physik entfernen sollte. Einstein zu verstehen heißt, die totale Gegenstandslosigkeit seiner Theorie zu verstehen, weshalb sie eigentlich nur fürchten kann, wirklich verstanden zu werden, ist sie doch kein physikalisches Problem, sondern ein psychologisches. Diese Feststellung ist nicht neu. Dazu schon der Physiker Wilhelm Müller (1880-1968), ehemals Professor in München und Nachfolger von Arnold Sommerfeld: "Die Rücksichtnahme auf die wahre Natur der Dinge hört in der Relativitätstheorie vollkommen auf. Der mathematische Formalismus pfuscht geradezu über alle Qualitätsgrenzen skrupellos hinweg und verwandelt das wirkliche Problem in ein Scheinproblem, das mit physikalischen Fragen überhaupt nichts zu tun hat." (Das kommt davon, wenn man von Ursachen nichts wissen will und sich alles nur schön zu rechnen versucht.)
     Damit das nicht passiert, werden die Interessenten einerseits durch obskure Herumrechnereien mit versteckten Annahmen verwirrt und abgelenkt, die sie die Grundmängel der Theorie nicht sehen lässt, andererseits wird sie ihnen als Tat eines superweisen gottähnlichen und bald wohl auch übergöttlichen Genies gepriesen, das sich nicht geirrt haben kann, weshalb menschlicher Sachverstand nicht hinreichend wäre, seine erhabene Botschaft vom "Abglanz Gottes" zu begreifen, das jedoch zu seinem 70. Geburtstag selbst da ganz anderer Meinung war. Aber von soviel echter Weisheit eines gereiften Einsteins möchte man dann lieber doch nichts wissen. Selbst unreif geblieben, hält man sich an die Torheiten seiner Jugend und erklärt alle Kritik an ihnen und an Einsteins Person kurzerhand für rechtlich "nicht legitim" und hält anderslautende Theorien bestenfalls für abzulegende "Protophysik", während die RT die einzig wahre Physik wäre. "Ja, raffiniert war der Einstein - aber wir, seine Nachbeter, sind es auch, kennen da alle Tricks."
     Aber wo getäuscht und getrickst werden muss, geht es nur noch um den Anschein des Rechthabens, so wie die Relativität von Raum und Zeit selbst ja auch nur dem Anschein dient "daß sich das Licht im leeren Raum stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustand des emittierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V fortpflanze" (Einstein, Annalen der Physik), um einen herbeiphilosophierten Ersatz für den nicht auffindbaren Äther zu haben. Doch wo nur Leere herrscht, gibt es nichteinmal ein "Fortpflanzen" - denn "fort" zu wem oder was soll sich Licht da "pflanzen"? Zu sich selber? Und wie "pflanzt" sich Licht, und dann auch noch "fort"? Hat es denn Fortpflanzungsorgane? Und wie kann es sich ohne Bewegungsorgane "bewegen"? Es ist ja weder Tier noch Pflanze, sondern ein lebloses Objekt, das - wie ein jedes solches Objekt - von sich aus lediglich in seinem Zustand verharrt (Newton, 1. Axiom) - was ja das Charakteristikum des Materiellen ist, auf der unsere ganze Technik beruht! Über sein Verharren hinaus tut es von sich aus nichts, absolut nichts: weder läuft es ruhelos durch leere Räume wie eine Mutter nach dem Auszug ihres letzten Kindes, noch zeugt es umgekehrt ständig neue Nachkommen, noch wird es auf seiner langen Reise "müde" (oder kriegt kalte Füße), wie man gesagt hat, um wegen der Rotverschiebung des Lichts ferner Galaxien nicht zugeben zu müssen, dass das Weltall expandiert, dem schon Einstein mit seiner kosmischen Konstante entgegen zu treten versuchte, weil er als Autist gegen jede Veränderung und alles Dynamische war und daher den erfolgreichen Begriff der "Kraft" samt Newtons Physik gleich unter Generalverdacht stellte. Worte/Wörter verlieren ihren Sinn, wenn man nicht auf die Eigennatur, d.h. den Charakter des Gegenstands achtet, den sie beschreiben sollen. Aber auch schon eine Aussage zur Geschwindigkeit und zur Ruhe beim Fehlen jeglicher Orte und Strecken ist sinnlos. Und wieso ist die Lichtgeschwindigkeit "konstant", wenn Raum und Zeit sich ständig verbiegen und dehnen müssen, nur damit sie im Effekt dem Beobachter konstant erscheint? Bei einer ehrlichen Bewegungskonstanz müssten sie dies nämlich nicht. Aber was könnten Raum und Zeit für ein Interesse haben, uns Menschen ständig täuschen zu wollen??? (Ganz abgesehen davon, dass sie Ordnungsschemata unseres Geistes sind und keine Sachen.) Wer täuscht also? Oder wer täuscht sich und/oder uns? Für mich ist Einsteins Text eine einzige Katastrophe, Beleg dafür, dass es nichts Richtiges im Falschen gibt, wie Adorno sagte. Falsch ist ja bereits der Titel "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" - eine "Dynamik" ohne Ursachen und Kräfte ist einfach sinnlos! Und "bewegt" ist kein objektiver und damit verifizierbarer Zustand! Die SRT ist eine (Kata-)Strophe von so vollkommen irrealer Art, dass sie in Absurdistan immer wieder gern und mit Inbrunst gesungen wird. Nein, geirrt hat Einstein sich nicht da und dort, wie viele Kritiker seiner Theorie meinen, - es war alles irrig, wie er selber ahnte: "Sie (die Gratulanten zu seinem 70. Geburtstag) stellen es sich so vor, daß ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders von der Nähe gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, daß er standhalten wird und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin ..." Wer Einstein mit dessen Sprachgebrauch zu widerlegen versucht, wird in einem Wald voller Widersprüche stranden. Bei richtigem Sprachgebrauch aber verschwindet seine "Theorie" von selbst, weil es physikalisch weder die Objekte als solche gibt, noch die Eigenschaften, mit denen Einstein argumentierte, was er 1949 selber ahnte, aber auch schon viel früher:

In Prag reimte Einstein relativ ehrlich:
"Manchmal frag in all dem Glück
Ich im lichten Augenblick:
Bist verrückt du etwa selber
Oder sind die andern Kälber?"

Müssten in den "Kälbern" sich nicht all jene wiedererkennen, die Einstein unkritisch vertrauen?
Dazu aber darf man nicht vollständig betriebsblind sein.

© HILLE 2006-2007
Mai 2012 geringfügig ergänzt; Jan. 2013 2. Kopfzitat hier neu; März 2013 einige Ergänzungen, März 2015 neuer Schluss zur Person E.

Nachtrag: Den zwiespältigen Eindruck, den Einstein aufgrund seiner zwiespältigen Persönlichkeit hinterlässt, demonstriert wieder einmal ein Aufsatz eines sehr geschätzten Professors in einer Zeitung für Pflege der deutschen Sprache, Ausgabe "Winter 2007/08", mit dem er für den Erhalt des Deutschen als Wissenschaftssprache plädiert. Zuerst heißt es da: "Was Einsteins Relativitätstheorie aussagt, kann sich der "gesunde Menschenverstand" nicht mehr vergegenwärtigen." 20 Zeilen später aber heißt es: "Einstein was hierin ein Meister [Unanschauliches in Bildern auszudrücken]. Er vermochte seine Relativitätstheorie so zu erklären, daß auch sein Friseur sie verstand." Aber nur, wenn er die populären Bilder für eine "Erklärung" hält. Ich denke, wenn sie Einstein wirklich selbst verstanden hätte, hätte er sie unterlassen. Ja, doch - so korrekt wäre er wohl gewesen. Oder doch nicht? "Es lebe die Unverfrorenheit! Sie ist mein Schutzengel in dieser Welt." [19, The Collected Papers of Albert Einstein, Princeton 1987 ff., Bd. 1, 323] So war das also! Gut, das es die "Collected Papers" gibt.

Anmerkung vom Febr. und Nov. 2015: In einem ansonsten ordentliche Bericht des großen Einsteinverehrers Thoma Bührke in MaxPlanckForschung 4.2014 über Magnetfelder in Galaxien fällt auf Seite 40 ganz unvermittelt der Name Einstein: "Auch Einsteins allgemeine Relativitätstheorie dürfte Auswirkungen auf die Jet-Entstehung (von Schwarzen Löchern) haben." Eine Theorie als physikalische Ursache! Mit Einstein und seiner Theorie ist eben alles möglich. Wahrscheinlich ist sie auch für den sog. BigBang verantwortlich, dem man bisher Gott zugeschrieben hatte. Das kommt davon, wenn man Geistiges und Reales nicht unterscheidet wie schon bei Masse und Materie, Uhr und Zeit usw. usf.! Der Satz offenbart den ganzen Abgrund von Verkehrtheit, der heute in der theoretischen Physik herrscht und die Manie, überall Einstein ins Spiel bringen zu wollen.

Wie sehr sich Einstein seiner Zwiespältigkeit selbst bewusst war, können wir dem von ihm verfassten Vorwort zu einer Biographie von Rudolf Kayser über ihn entnehmen, wo er 1931 schrieb: "daß vielleicht das [in ihr, der Biographie] übersehen wurde, was das Irrationale, das Widersprüchliche, das Komische, auch das Verrückte sei, mit dem die Natur jedes Wesen ausstatte." (entnommen aus "Die geheimen Leben des Albert Einstein" von Roger Highfield und Paul Carter, Marix Verlag Wiesbaden 2004) Aber von dieser sympathischen sehr menschlichen Seite Einsteins und von seinen lichten Augenblicken wollen seine Bewunderer noch immer nichts wissen (s. "Einsteins Selbsteinschätzung" auf I/B8a). Warum das so ist, kann man dem übernächsten Text (I/B17) "Der Untergang der abendländischen Denkkultur - oder: Der Abschied von der Vernunft" entnehmen. Aber auch in den 2012 verfassten Auflistungen unter dem Titel: "Die Quintessenz: Relativitätstheorie ist..." eingangs von Datei (I/B11a).



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