Eine Begegnung der dritten Art

Über Gefährdung und Tod



historisches Heilbronner Rathaus Foto H.Hille  Im April 2000 bin ich von München nach Heilbronn gezogen. Ich wohnte hier bis November 2006 auf halber Höhe in der Südostecke der Stadt, am Lerchenberg, an der Grenze von der Block- zur Eigenheimbebauung, zwischen viel Grün. Vor mir im Westen sah ich - wie vom obersten Stockwerk des Hochhauses in München - die Stadt liegen, halblinks im Südwesten die Silhouette von Strom- und Heuchelberg, links im Süden blicke ich auf Weinberge, wo ich in München die Alpen mit Zugspitze sah. Meinem Balkon gegenüber beginnt der Kantweg, aus dem Küchenfenster blicke ich auf den Beginn der Fichtestraße. Straßenmäßig bin ich also gewissermaßen von Philosophen umzingelt (meine Fensterblicke finden Sie auf der nächsten Seite).

Foto H.Hille  Wenn man von der Alexanderstraße aus die Fichtestraße nach Osten geht, sieht man nach ca. 300 Metern links das hintere Tor des Heilbronner Hauptfriedhofs liegen. Obwohl der nächstgelegene Weinberg kaum 10 Gehminuten entfernt liegt, benutze ich für einen kurzen Spaziergang gern entweder die Wege des gepflegten Hauptfriedhofs oder gehe um ihn herum, was keine zwei Kilometer Strecke sind. Als ich an einem sonnigen Tag im Dezember 2001 den Friedhof durch die hintere Pforte betrat war ich schlagartig davon überzeugt, dass ich heute auf dem Friedhof noch meinen Namen lesen werde. Meine Stimmung war wohl nicht die beste, die mich an so etwas denken ließ. Beim Durchqueren liest man ganz automatisch Namen von Verstorbenen. Doch suchte ich keineswegs nach dem Namen "Hille", zumal es im letzten örtlichen Telefonbuch nur noch zwei weitere "Hille" gab, der Name also in Heilbronn nur wenig vertreten ist, während man "Drauz" oder "Drautz" fast an jeder Ecke lesen kann. Nach Durchquerung des Friedhofs setzte ich mich in der Nähe des Haupteingangs auf eine Bank, um die Strahlen der Wintersonne genießen zu können. Leider war es dort wegen gärtnerischer Arbeiten unruhig und ich fühlte mich gestört, so dass ich aufstand und einfach auf das nächste Gräberfeld zuging. Doch plötzlich blieb ich vor einen prächtigen Grabstein stehen, auf dem ich tatsächlich meinen Familienname las.

Foto H.Hille  Ich war sehr eigenartig berührt. Weniger weil ich meinen Namen las, als wegen der vorausgegangenen Gewissheit, dass mir das heute passieren würde. Das sind so Momente, wo es keine rationalen Erklärungen gibt. War es reiner Zufall, dass ich den Stein fand? Das könnte natürlich sein. Doch wieso war ich vorher schon überzeugt, dass mir dies gerade heute widerfahren würde, wo ich doch schon des öfteren über den Friedhof gegangen bin? Wäre ich Esoteriker hätte ich vielleicht geglaubt, eine Stimme aus dem Jenseits hätte mich gerufen und geleitet. Ich war wohl tatsächlich etwas verwirrt, weil ich "Jean Paul" als Vornamen las, statt "Jan-Paul" wie es da stand. Doch passierte dies mir auch noch bei den weiteren Besuchen, weil ich immer unwillkürlich an den liebenswürdigen fränkischen Dichter Jean Paul (1763 - 1825) denken musste.
    Da war jedoch noch etwas, was mich als Vater eines Sohnes stark berührte: das kurze Leben des Jan-Paul von 1976 (dem Todesjahr meiner Frau) bis 1997. Jan-Paul war also nur 21 Jahre alt geworden. War er verunglückt? Vielleicht mit einem Motorrad? Hatte ihn eine Krankheit dahingerafft? Da ich seinen Namen aber unwillkürlich mit dem Dichter Jean Paul in Verbindung brachte, konnten mich so gewöhnliche Ursachen nicht überzeugen. Sein Tod musste etwas mit seinem Seelenzustand zu tun gehabt haben. Im Januar 2002 beschloss ich, dieser Frage nachzugehen. Und so wechselte das Thema.
    Bei sonnigen Wetter, nachdem endlich der Schnee weggetaut war, ging ich wieder über den Friedhof, machte mehrere Aufnahmen vom Grab und erkundigte mich bei der Friedhofsveraltung nach dem Inhaber des Grabes, da ein anderer Name auf einem kleineren Grabstein davor keinen direkten Rückschluss zuließ. Den mir vom Bediensteten genannten, wieder anders lautenden Namen fand ich tatsächlich im Telefonbuch. Es war eine Frau, mit der ich mich dann in Verbindung setzte und welche die große Freundlichkeit hatte, mich einzuladen. Sie war Jan-Pauls Großmutter und war vordem einmal mit einem Hille verheiratet.

Foto H.Hille Das also ist Jan-Paul. Sein großes Bild hängt im Flur der alten Dame. Und es zeigt ihn dort, auf dem Balkon eines Hochhauses in einer südwestdeutschen Universitätsstadt, wo er den entscheidenden Schritt tat, um sein ihm sinnlos erscheinendes junges Leben zu beenden. Trotz eines akademischen Elternpaares war wohl das Hochschulstudium nicht sein Fall. Er wollte wahrscheinlich eher mit Menschen zu tun haben, weshalb er in das Hotelfach strebte. Aber irgendwie klappte es nicht so richtig. Er sollte sich zuerst einmal mit der Arbeit in der Küche vertraut machen. Aber was macht ein Azubi in der Küche: er muss Kartoffeln schälen, Gemüse putzen, Töpfe schrubben und ähnlich geisttötende Arbeiten. Ein sensibler Mensch hält das nicht lange durch und probiert es dann woanders. Da aber wieder das Gleiche. Er hatte sich das bestimmt nicht so vorgestellt.
    Ich musste an meine eigenen beruflichen Anfänge denken. Da ich Architekt werden wollte, war es erforderlich, ebenfalls eine Lehre zu machen. So ging ich auf den Bau und lernte Maurer. Und nach dem Kriegsende war dies auch ganz praktisch, gab es doch viel aufzubauen und zu reparieren. Und dann klappte es mit der Ingenieurstudium. Und danach eine zweite Flucht von Ost nach West. Diesmal nach Bayern. Und wo landete ich da? Am Bau selbstverständlich, ließ doch das Wirtschaftswunder noch auf sich warten. Und als ich im dritten Jahr handwerklicher Tätigkeit wiedereinmal müde, verdreckt und mit wunden Fingern in mein kleines Zimmer kam, hatte ich keine Lust mehr, ein solches Leben fortzuführen. Da ging es mir wie Jan-Paul. Aber wie sollte ich es beenden? Ich hatte ja keinen Balkon, wohnte im Erdgeschoss. Zuerst einmal aber galt es den Nachlass zu ordnen, hatte ich doch schon viel geschrieben, besonders in den Wintermonaten als ich zweimal in der Woche nur zum Arbeitsamt musste und dort im Freien in langer Schlange stand: einmal um nach Arbeit nachzufragen, einmal um das karge wöchentliche Arbeitslosengeld zu holen, während man heute nur großzügig seine Kontonummer hinterlässt und einmal im Jahr mit dem Wagen in die Tiefgarage des Arbeitsamtes fährt und sich lässig meldet. (Und die rot-grüne Regierung hat lange überlegt, ob dies denn den Arbeitslosen zugemutet werden könnte, während sie sie ab 2005 möglichst schnell in die Sozialhilfe entlässt.) Sonst lernte und schrieb ich und ging auch mal zur nahe gelegenen Uni. Und da hatte sich schon allerhand Selbstverfasstes angesammelt. Und über das Sichten und Ordnen des ganzen Papierkrams war mein Frust vergangen und ich ging wieder zur Baustelle in Grünwald und sagte dem Bauleiter, dass ich krank gewesen wäre, was ja auch irgendwie stimmte. Ich glaube nicht, dass ich mit Jan-Pauls Familie verwandt bin. Aber in seiner Situation erkenne ich mich wieder. Es war eine Krise, wie sie vielen jungen Menschen nicht erspart bleibt. Heute wieder im besonderen Maße, wo nach Studium oder Lehre nur wenige übernommen werden und sie froh sein müssen, eine einfache Arbeit zu finden.

Frühling im Phühlpark Foto H.Hille  Als junger Mensch versteht man noch zu wenig, dass das Leben zuerst einmal seinen Sinn in sich selber hat. Die Unrast des Werdens lässt einem das nicht sehen. Man möchte heraus aus unbefriedigenden Zuständen, möchte was sein, was haben, geliebt werden, einen Menschen lieben. Und weil man so viel an die Zukunft denkt, sieht man nur, was die Gegenwart einen vorenthält. Nicht jeder hat die Leidensfähigkeit, alles zu ertragen. Wenn Hoffnungslosigkeit sich ausbreitet, dann stirbt die Seele jeden Tag ein bisschen mehr, bis man sich fragt, warum man noch da ist. Da helfen keine gut gemeinten Ratschläge mehr, wie "es wird schon werden", "reiß dich zusammen", "Kopf hoch". Am meisten hilft da noch, wenn man durch den Wechsel der Umgebung erkennt, wie unwichtig im Grunde das alles ist, was einen bedrückt. Heute treffen sich Lebensmüde in Chatrooms im Internet und verstärken noch gegenseitig ihren Frust, der dann tödlich endet. Man muss sich aber mit Menschen treffen, die einerseits sensibel genug für das Bedrückende einer Situation sind, andererseits ohne große Problematik ihr Leben leben. Und gibt es nicht immer wieder auch Schönes zu entdecken, wovon die Erotik nicht das geringste Geschenk des Lebens ist? Man muss dabei kein schlechtes Gewissen haben, wie es uns die Moralapostel einreden möchte, damit wir uns nicht von der Arbeit abhalten lassen, von der sie leben. Die Sexualität ist uns von der Natur gegeben, während Alkohol und Drogen nur Probleme machen und keine lösen. Doch wenn Atempausen im Trübsinn nicht ausreichen, die Verfassung zu verbessern, oder wenn endogene Ursachen vorliegen, ist ein Arztbesuch unausweichlich.

Hilfe bei Selbsttötungsgefahr und Lebenskrisen finden Sie nicht nur bei der Telefonseelsorge, sondern bietet auch der Arbeitskreis Leben (AKL) in Baden-Württemberg, Landesarbeitsgemeinschaft der AKL Baden Württemberg (LAG AKL BaWü), Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention e.V. Bei beiden können Sie Ansprechpartner in Ihrer Nähe erfahren.

 Ich hatte einen Jugendfreund, den Bruno, der nach dem Krieg in Leipzig Medizin studierte. Er war ein sog. "Volksdeutscher" aus Polen und lebte bei Mutter und Großmutter, die alle Hoffnungen in diesen einzigen Sohn/Enkel setzten, der es einmal zu was bringen sollte. Und ein Mediziner galt damals noch mehr als heute. Während des Examens wurde er krank. Ich weiß natürlich nicht, was Mutter und Großmutter ihm geraten hatten, sein Ehrgeiz jedenfalls ließ es nicht zu, dieser Krankheit nachzugeben und sie auszukurieren, sollte und wollte er doch der Beste sein. Und das ist nun besonders tragisch: denn gerade als angehender Mediziner hätte er seinen Zustand besser einschätzen und vielleicht eine Wiederholung des Examens in Kauf nehmen müssen. So bestand er die eigentliche Prüfung des Lebens nicht und starb.

Foto H.Hille  Hier muss ich auch an einen anderen Mediziner, den Heilbronner Arzt Robert Mayer (1814-1878) denken, der 1841 das mechanische Wärmeäquivalent entdeckt hatte, aus dem sich das fundamentale Gesetz von der Erhaltung der Energie ergab. Zuerst wollte die Wissenschaft davon nichts wissen, dann überging sie Mayers Anspruch, der Erste gewesen zu sein, der dies veröffentlicht hatte, mit Schweigen, dann mit höhnischer Ablehnung - was versteht ein Arzt schon von Physik? Als er von der Wissenschaft völlig desillusioniert keine Ausweg mehr sah (es menschelt in ihr mehr als anderswo) "stürzte sich Robert Mayer in einem Anfall plötzlich ausgebrochenen Deliriums, nach schlaflos hingebrachter Nacht, aus einem Fenster seiner Wohnung neun Meter in die Tiefe", wie es in der Schrift des Heilbronner Stadtarchivs über Leben und Werk des großen Sohnes der Stadt heißt, der für mich eine Art genus loci Heilbronns ist. Er überlebte schwer verletzt. Es war eben kein Hochhaus. Mayer musste neben medizinischer Hilfe auch jahrelang psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen. Es sind die Sensiblen, die dem Druck des Lebens nicht standzuhalten meinen. Und da fast jeder Mensch mindestens einmal im Leben Selbsttötungsgedanken hegt und somit nicht nur selbst gefährdet ist, sondern auch Suizidgefährdete in seiner Umgebung hat, ist es gut, dass auch im WWW Hilfe angeboten wird, s. die beiden Links weiter oben. Interessanterweise ist das von den Angehörigen meist positiv gesehene "Ordnen der persönlichen Dinge" ein erster Hinweis auf die Ankündigung eines Suizids, wie das auch bei mir der Fall war, nur dass kein Angehöriger da war, ebenso wie bei Jan-Paul, der das hätte bemerken und vielleicht sogar richtig deuten können. Aber letztlich hatte jedoch diese ordnende Tätigkeit mich so beruhigt, dass ich wieder zur ungeliebten Arbeit ging. Wenn ich auch nicht der große Architekt geworden bin, der mir einmal vorschwebte, so fand ich doch mehr und mehr jene Tätigkeit beim Wieder- und Neuaufbau Deutschlands, die meinen Kräften am besten entsprach, was ja so selbstverständlich auch nicht ist. Und ich bin heute noch froh, damals wieder auf den Bau gegangen zu sein, wie später auch Robert Mayer jene Anerkennung seiner Leistung fand, die sich zu Recht in einem Denkmal auf dem Heilbronner Marktplatz niedergeschlagen hat. Während andere Städte Fürsten und Feldherren Denkmäler gesetzt haben, huldigt die ehemalige Reichsstadt lieber einem geistigen Vorbild. Und ganz aktuell hat die Immobiliengesellschaft, die das ehemalige Krankenhausareal an der Jägerhausstraße planiert hat und parzellenweise zum Verkauf anbietet, das Hanggelände "RobertMayerHöhe" genannt, denn sein Name gilt etwas, nicht nur in Heilbronn. Weiteres zu Robert Mayer mit Denkmal und Sonderbriefmarke s. hier.

Foto H.Hille  Auf dem Heilbronner Hauptfriedhof befindet sich seit Mitte April 2002 auch ein Grab von jemand, den ich persönlich gekannt habe und den ich vermisse. Professor Heinz Müller war Nachbar zwei Stockwerke unter mir, ein stiller liebenswürdiger Neuphilologe, den seine Herzschwäche schon lange gezeichnet hatte und der nur dank der aufopfernden Zuwendung und Pflege seiner Frau so lange noch durchhalten konnte. Wenn er Altphilologe gewesen wäre, hätte ich mich ganz gern mit ihm über Parmenides unterhalten, wenn ich hätte annehmen können, dass ihn meine unorthodoxe Ansicht nicht zu sehr aufregen würde. Sein Herz war am Schluss so geschwächt, dass er auf den Rollstuhl angewiesen war. Das letzte Mal, dass ich ihn noch ohne Gehhilfe allein spazieren gehend begegnete und einige Worte mit ihm wechselte, war das genau an jenem ganz oben gezeigten hinteren Tor des Friedhofs - ich kam heraus, er ging hinein.

Foto Heilbronner Stimme berichtete die "Heilbronner Stimme" am 20. August 2005. Mit Dr. phil. Georg Zurmühl starb am 17. August der älteste Bürger der Stadt Heilbronn, ein ehemaliger Lehrer für Mathematik, Physik und Sport am hiesigen Elly-Heuss-Gymnasium, dessen großes Interesse der Philosophie galt. In seinem Gymnasium fanden sich bis zuletzt Mädchen, "die es liebten, sich mit Zurmühl der ihnen fremden Welt der Philosophie zu nähern." Ich selbst bin ihm bei verschiedenen Treffen der Unitarier in Heilbronn begegnet, bei denen ich u.a. über den philosophischen Kern der Lehre Meister Eckharts sprach. Leider erfuhr ich zu spät von der Trauerfeier auf dem Heilbronner Hauptfriedhof. Deshalb möchte ich diesem Menschen- und Philosophiefreund, der sich dem Werte-Idealismus von Kurt Port verbunden fühlte, hier an dieser Stelle gedenken. Am Grab fand ich folgendes Gedicht, das ich aufschrieb und betitelte:

    posthume Botschaft am Grab
    Nebel bedeckte die Erde,
    Sonne vermißt ich in mir,
    doch welche Freude und Wonne
    Sonne verdanke ich dir:
    die weil sich jetzo das Helle,
    das ich bisher nicht geahnt,
    wie eine wogende Welle
    siegend den Weg sich gebahnt.
    Georg Zurmühl

Beerdigung Dana Kern, Foto dpa Nachdem ich in der Woche darauf die Urnengrabstätte von Dr. Zurmühl, ein Familiengrab, aufgesucht hatte, um Versäumtes nachzuholen, neben vielen Kränzen und Blumengebinden auch einen Kranz des Oberbürgermeisters der Stadt Heilbronn vorfindend, ging ich anschließend noch zur unweit gelegenen Ruhestätte vom jung verstorbenen Jan-Paul Hille, wie ich es meistens bei einem Gang durch den Heilbronner Hauptfriedhof tue. Das Grab sah aus wie immer - doch links neben ihm überraschte mich ein mit unzähligen Blumen, Teddys, Engeln und anderen Figuren übersätes Grab, das vom tiefen Leid einer Familie kündete, die ebenfalls ein Kind auf tragische Weise verloren hatte: Daniela Kern (32), genannt Dana, die 4. Ehefrau des Modedesigners Otto Kern. Ihr rätselhafter Tod am 1. Weihnachtsfeiertag 2004 nach einem Unfall auf der Autobahn A8 bei Günzburg bei der Fahrt nach Heilbronn zu ihren Eltern, wo sie, von einer Weihnachtsfeier aus Kitzbühel kommend, aus einem Taxi stieg und quer über die Autobahn lief und überfahren wurde, ging durch alle Medien und beschäftige auch die Staatsanwaltschaft, deren Ermittlungen letztlich die "Selbstmord-These" stützen, wie es in stern.de heißt - aber von einem geplanten Selbstmord kann wohl kaum die Rede sein, eher von einem im rauschhaften Zustand selbstverschuldeten Unfall. Zum Geschehen gibt es auch zahlreiche Berichte im Internet. Unter der Überschrift "Abschied von Dana Kern" schrieb das "Hamburger Abendblatt" über ihre Beerdigung u.a. wie folgt: "Blumen schmückten den silberfarbenen Sarg, den 500 Freunde und Verwandte ebenso begleiteten wie Ehemann Otto Kern (54). Wenige Tage nach dem Unfalltod ist die Frau des Modedesigners gestern in ihrer Heimatstadt Heilbronn beigesetzt worden. ... 'Du warst unsere Sonne', 'Wir weinen mit Euch' und 'Wir können es nicht fassen', war auf den Kränzen und Gebinden zu lesen." Es wird sicher noch lange dauern, bis am Grab von Daniela Kern jener Friede einkehrt, wie er daneben bei Jan-Paul Hille schon länger herrscht. Zu diesem Zweck ist jetzt wohl der weiße Engel über dem Grab aufgestellt worden. In seinem Sockel das Bild der Modedame Dana Kern, nun auch ein Engel - aber in schwarz.

Foto H.Hille

Hilfe für Suizidgefährdete

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