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Meta-Einführung der wichtigsten Themen



Inhalt:
Das Problem mit dem Wissen
Jetzt geht das Problem erst richtig los
Da hilft nur Vernunft!
Endlich wird es konkret!
Darum geht es
Das Problem mit dem Wissen

Dieses Buch will aufklären helfen, auf welche Weise Lebewesen, aber vor allem Menschen, sich mit der Mitwelt ins Verhältnis setzen. Dafür ist es erforderlich, daß sie ein Wissen von dieser Mitwelt haben.

Heute liegt es nahe, sich auf die Ergebnisse der Wissenschaft zu verlassen, als einer Methode, prüfbares Wissen zu schaffen. Doch die Natur des Wissens zu klären, gehört zu den Aufgaben der Philosophie, die das Ganze und seine Zukunft bedenkt und das Subjekt des Forschenden bewußt mit einbezieht. "Andere erkennen ist klug, sich selber erkennen ist weise." (Laotse) Zum Wissen muß Weisheit hinzutreten. Zur Wissenschaft Ethik, die - insbesondere im Zeitalter der Gentechnik - ihr Vorgehen einbindet in das Bild vom humanen Menschen.

Zu verstehen, daß es das Wissen und daß es die Natur des Wissens gibt, ist ein erster Schritt auf dem Wege zur Weisheit.

Ohne die Klärung der Natur des Wissens ist der Wahrheitsstatus wissenschaftlichen Wissens offen. Oder wie es Niels Bohr sagte: "Wir müssen lernen, daß wir im Spiel des Lebens Zuschauer und Schauspieler zugleich sind."


Jetzt geht das Problem erst richtig los

Ein weiterer Schritt zur Weisheit ist es, Realität und Wirklichkeit zu unterscheiden. Die Realität wird anhand ihrer Wirkungen erfahren. Die Wirklichkeit ist also der Widerschein der Realität, nämlich wie sie in der Wechselwirkung nach außen hin aufscheint. Was sie außerhalb ihrer Wirkungen ist, bleibt unerfahrbar, d.h. die Realität ist transzendent.

Die Wirkung entspricht der Einwirkung. Nicht nur in der Mechanik. So erscheint Licht, je nach Versuchsanordnung, einmal als Welle, einmal als Teilchen. Das ist ein Beispiel für die notwendige Unterscheidung von Wirklichkeit und Realität, die immer nur eine ist. Wer diese Unterscheidung macht, hat nicht nur mit komplementären Erscheinungen, wie beim Licht, sondern auch mit der Vielstufigkeit der Wirklichkeit keine Probleme, da auch hier die beliebte reduktionistische Frage, welche nun die "wahre" Wirklichkeit sei, ob die materielle oder die chemische oder die biologische oder die geistige, ebenfalls sinnlos ist, da die Wirklichkeit aller dieser Phänomene nicht geleugnet werden kann, wollen wir uns nicht selbst wegreduzieren. Die "materiellen" Phänomene sind keine Sachen, sondern sie bilden die Klasse der von uns als "materiell" eingestuften Phänomene und sind damit für uns Phänomene wie die anderen auch. Aber es dürfte ebenso klar sein, daß die Realität in ihrer Transzendenz über alle unsere Einstufungen erhaben ist und mit keiner Klassifizierung allein und ausreichend erfaßt werden kann.

Die Welt, mit der wir geistig umgehen, ist jedoch nicht das jeweils Wirkliche selbst, sondern seine Umsetzung durch die Mittel unserer Verständigkeit, die auf unsere Handlungsfähigkeiten bezogen sind. Die Welt unseres Umgangs ist der Anschein. Wenn wir handelnd mit ihr umgehen, ist sie anscheinend so, wie der Handelnde sie natürlicherweise erfährt.

Der Pragmatismus beschränkt sich auf die Wahrheit für den nur Handelnden, den Anschein, und klärt sie. Wahr ist ihm, was sich bewährt. Wenn der Pragmatiker weiß, daß er es rein mit einer Handlungswahrheit und einem Herrschaftswissen zu tun hat, also die Natur seines Wissens kennt, ist auch er weise.

Ich aber denke, was den Menschen auszeichnet, ihn aus dem Tierreich heraushebt, ist ein Geist, der sich nicht mit der öden Nützlichkeit der Dinge und ihrem Für-uns-Sein begnügt, sondern der durchaus wissen will, was die Dinge in Wahrheit, d.h. für sich selber sind.

Hierzu gilt es zu verstehen, daß es kein objektives Wissen gibt - wo sollte es denn herkommen? - sondern daß alles Wissen Interpretation ist, d.h. eine Mischung aus objektiven, durch die Sinne aufgenommenen Daten, und sie uns verständlich machenden subjektiven Elementen. Schon der Vorsokratiker Parmenides (540 - 480) hat in seinem Lehrgedicht "Über die Natur" seinen Mitmenschen klar zu machen versucht, daß alle Ansichten "doxa", also unzuverlässige Meinungen sind, nach Mustern, welche die Sterblichen von sich selber nehmen. Auf den Philosophieseiten befasse ich mich ausführlich mit seiner kritischen Weltsicht, die zur 1. Periode der europäischen Aufklärung gehört, die in ihrer Radikalität bis heute nicht übertroffen wurde, weshalb sie auch so wenig verstanden wird. Es kann also gerade nicht darauf ankommen, die Welt ein weiteresmal nach Mustern zu interpretieren, sondern es muß darum gehen, die subjektiven Elemente unseres Verstehens zu erkennen und zu berücksichtigen, denn nur auf diesem kritischen Weg können wir zu objektiveren Aussagen kommen. In seiner "Italienischen Reise" finden wir folgende Bemerkung Goethes über das Verhältnis von Mensch und Wissenschaft: "Kommt man tiefer in die Sache, so sieht man, wie eigentlich das Subjektive auch in den Wissenschaften waltet, und man prosperiert nicht eher, bis man anfängt, sich selbst und seinen Charakter kennen zu lernen."


Da hilft nur Vernunft!

Es stellt sich die Frage, was ein Urteil respektabel macht. Es sind die verwendeten Kriterien! Diese müssen respektabel sein! Es gibt nämlich keine Urteile ohne Urteilskriterien (Prämissen). Wer Urteile ohne Prämissen für möglich hält, hat seine Prämissen, die oft genug unreflektierte Vor-Urteile sind, nur noch nicht bemerkt oder will sie nicht wahrhaben. Daher muß es das wichtigste Anliegen von Philosophie und Wissenschaft sein, die dem Urteilen zugrunde liegende Prämissen bewußt zu machen und sie ggf. durch geprüfte Prinzipien der Vernunft, z.B. der Widerspruchsfreiheit, oder von ihnen, für einen speziellen Bereich, abgeleitete Axiome zu ersetzen.

Die Vernunft ist unser höchstes Vermögen! Prinzipien und Axiome sind das der Vernunft Selbst-Verständliche, mit dessen Hilfe sie versteht. Bei einem auf Vernunftprinzipien beruhenden Wissen, wissen wir immer - bei gewissenhafter Verwendung von Logik und Sprache! - warum wir etwas wissen und wie vernünftig es ist. Ein solches Wissen ist ein mündiges Wissen, durch das wir geistig Herr im eigenen Hause werden. Die Wissenschaft wird immer dann über Kompetenz verfügen, wenn sie sich der Prämissen ihrer Urteile bewußt ist und sie klar ausspricht.

Wenn trotz der Fülle des Wissens in einer Wissenschaft die Probleme nicht aufhören, kann es leicht daran liegen, daß das gewonnene Wissen die Denkansätze der Wissenschaftler längst überholt hat, wenn es nicht gar Weltanschauungen/ Ideologien sind die sie hindern, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Eine Hirnforschung, die das interpretierende Vorgehen des Gehirns nicht ins Kalkül stellt, wird nur Marginales zur Aufklärung des Erkenntnisvorgangs beitragen können - schon weil sie die Leistungen des Hirns weit unterschätzt! Denn beim Verstehen des Gehirns geht erst recht nichts ohne Vernunft und ohne gründliche Selbstreflektion und das Bedenken des Ganzen unserer Existenz, wollen wir nicht nur der Routine des Hirns folgen, das gewohnt ist, seine Motive im Dunkeln zu halten. Meine Überlegungen zur Hirnforschung und Kognition sehe ich als Beiträge für eine künftige Neurophilosophie.


Endlich wird es konkret!

Wer ein Problem nicht durch Einsicht in seinen Ursprung, sondern einfach durch Hypothesen zu "lösen" statt aufzulösen versucht, hat das Problem, die "Lösung" und deren Probleme. Meine Methode der Problemlösung dagegen ist es, Denkansätze (Gesichtspunkte, Prämissen) zu prüfen und ggf. solange zu erweitern, bis Fakten keine Probleme mehr machen. Bei einer solchen Erweiterung des Denkansatzes kann es sein, daß er erst im Grenzenlosen seine Grenze findet, wie z.B. in der Kosmologie, in einem Universum ohne Grenzen in Raum und Zeit. Wird die Grenzenlosigkeit des Universums auch in der Zeit akzeptiert, dann verschwinden einfach die Probleme, die heutige Kosmologen mit dem sog. "Urknall" haben, den ich als das Durchgangsstadium einer schon immer existierenden Teilmenge der Materie verstehe, die sich durch den Big Bang von weiterer, von diesem Ereignis nicht betroffenen Materie getrennt entwickelt. Beim "Urknall" entsteht nicht eine Welt neu aus dem Nichts, was auch durch die Zuhilfenahme Gottes nicht erklärlicher wird, sondern eine neue Welt entsteht aus einer alten. "Lösungen" erübrigen sich. Die bekannten Naturgesetze reichen nicht nur aus, um Ursache und Verlauf des Urknalls im Wesentlichen zu verstehen, sondern sie lassen ihn, angesichts der einseitig gerichteten Schwerkraft, auch als zwingend notwendig erscheinen, wollen wir uns die Herkunft der ihr entgegen wirkenden universellen Fliehkräfte erklären.

Flieh- und Schwerkraft sind es, die das universelle Geschehen lenken und durch ihr Gleichgewicht für einen gegliederten Kosmos sorgen. Die vom "Urknall" erteilten Fliehkräfte erhalten sich aufgrund der Trägheit der Materie. Schwerkraft und Trägheit sind komplementäre Kräfte, d.h. die träge Masse ist nicht die Ursache der Schwerkraft, sondern die Schwerkraft ist eine nicht reduzierbare Begleiterscheinung derselben, was Newtons Gravitationskonstante schon besagt. Beide Kräfte sind Erscheinungen einer einzigen Realität. Die Schwerkraft ist keine "Fernkraft", mit der ein Körper plötzlich einen anderen greift, sondern sie ist zwar fern vom Zentrum eines Körpers, aber immer schon am Ort ihrer Wirkung, als eine Wirkfähigkeit, die um den Körper herum verteilt ist (Newton). Das ist es auch, was wir einzig solide feststellen können. Diese Erkenntnis macht den Weg frei für eine einheitliche Theorie der Kräfte, da sie die Schwerkraft zwanglos integriert. Ich schlage vor, die Mechanik durch folgendes holistisches Theorem zu ergänzen: "Jede existierende Sache hat zwei komplementäre Erscheinungsweisen (Aspekte): ihren eigenen und den des Ganzen. Ihr eigener Aspekt wird bei Einwirkung als Trägheit erfahren, der holistische Aspekt zeigt sich als ihr auf sie gerichteter Anteil an der Gravitation. Beide sind einander proportional." Es gilt endlich zu akzeptieren, daß es keinen von der übrigen Welt getrennten Körper gibt.

Sich selbst zu verstehen, heißt, sich als lebendiges Wesen zu verstehen. Von daher lautet die auch für den Philosophen wichtigste Frage: Was ist Leben? Sie ist das philosophische Universalproblem, in dem alle anderen Probleme wurzeln. Ich denke, ich habe die Frage allgemeingültigst wie folgt beantwortet: Leben ist Materie mit der Fähigkeit zur Anverwandlung fremder Strukturen in die eigene mit dem Ziel der Selbstreproduktion. Gerade jene Lebensformen, die den Biologen das größte Problem bereiten, sie als Formen des Lebens zu verstehen, Viren und das Prion BSE, demonstrieren meine Definition in Reinform. Viren sind Zellparasiten ohne eigenen Stoffwechsel und vermehren und verbreiten sich in ihren Wirtszellen, d. h. sie nutzen den Stoffwechsel ihres Wirts und veranlassen ihn, ihre Erbinformationen zu seiner eigenen zu machen. Ebenso verhält es sich bei den Prionen, die einem fremden Eiweiß ihre Faltung aufdrängen. Dieses Prinzip der Anverwandlung des Fremden in das eigene existiert auf allen Ebenen der Lebenserscheinungen und gilt gerade auch für die Entstehung von Wissen und ebenso für seine Verbreitung: auch jede Erziehung, jede Lehr- und Bekehrtätigkeit ist der Versuch, fremdes Verhalten und anders lautende Überzeugungen dem eigenen Verhalten bzw. der eigenen Überzeugung anzuverwandeln. Auch diese Seiten sind natürlich ein solcher Versuch. Meine Erkenntnistheorie ist jedoch keine Biologisierung der Erkenntnis, denn das Geistige folgt seinen eigenen Kriterien, um deren Auffindung es mir gerade geht. Doch seine aneignende Strategie entspricht der Definition des Lebendigen, zu dem es gehört und dem es ja dienen soll. Diese aneignende Strategie gilt es zu durchschauen, wollen wir in Frieden mit unserer Mitwelt kommen.

Die Entstehung von Wissen: Für die aneignende Strategie ist es charakteristisch, daß das Hirn Sinneseindrücke automatisch solange mit vertrauten Eigenschaften und Bedeutungen auflädt und Relationen dazugibt, bis sein Träger in geübter Weise mit den Erscheinungen umgehen kann. Während Platon mit seinem Höhlengleichnis glauben machen wollte, daß wir nur die Schatten der wahren Ereignisse sehen - und die Ideen sollten das "wirklich Wahre" sein -, sehen wir tatsächlich, vor lauter "Ideen", die von den Sinnen registrierten Fakten nicht mehr, z. B. das bloße Verharren eines Körpers in seinem Zustand. Wenn "etwas wahrnehmen" heißt, etwas so zu nehmen, wie es ist, und nicht, wie es uns in unserer aneignenden Denkweise erscheint, dann gehört das von Ideen ungetrübte Wahrnehmen zu den größten Problemen der Menschen. Selbst jene, von denen wir objektive Aussagen erwarten, nämlich die Wissenschaftler, in diesem Fall die Physiker, scheitern regelmäßig schon an der kaum noch einfacheren Aufgabe, einen verharrenden, weil kraftfreien Zustand sachlich als solchen zu sehen und ihn rein objektiv zu beschreiben. Und das trotz Newtons richtiger und bewährter Vorgabe, daß es physikalisch ohne Bedeutung ist, ob wir einen Körper dabei als "bewegt" oder als "ruhend" bewerten - was noch dazu vom benutzten Bezugssystem abhängt. Nur trifft das Hirn diese Bewertung in Analogie zum Lebendigen automatisch von selbst, weshalb wir uns ihrer Subjektivität gar nicht bewußt sind. Doch physikalische Körper, wie Sonne, Mond und Sterne, haben ja keinerlei Bewegungsorgane, um der Rede von ihrer "Bewegung" oder "Ruhe" irgendeinen objektiven Sinn geben zu können, sind sie doch über solch biomorphe Wertungen völlig erhaben. Sobald man dies erkannt hat, verschwindet das Problem "beliebig bewegter Körper", dem sich Einstein einst so angenommen hatte. Lösungen erübrigen sich. Nicht eine vom Beobachter hergestellte und daher nur in seinem Kopf existierende Relation zwischen Dingen, sondern nur die Änderung der Bewegungsgröße, mit der sich Newtons Dynamik befaßt, ist physikalisch relevant, ist sie doch die Folge einer objektiv existierenden Kraft. Daß dagegen die Natur sich nicht nach objektiv fehlenden Eigenschaften, wie den Relationen, richten kann, bedarf hoffentlich keiner weiteren Erläuterung, muss doch immer der naturwissenschaftliche Grundsatz gelten "von nichts kommt nichts". Verstehen wir die Natur des Wissens nicht, verstehen wir eigentlich überhaupt nichts und bleiben die Gefangenen von zufälligen Meinungen, die irgendwie über uns gekommen sind.

Für wichtiger, weil für noch grundsätzlicher, als meine zahlreichen Begriffsklärungen und Grundsatz-Überlegungen zur Physik und Kosmologie, halte ich meine Gedanken zur Natur des Lebendigen und zur Genese des menschlichen Geistes, ferner Aussagen, durch was sich der Eindruck von "Wahrheit" ergibt, wie aus Daten Informationen werden, was Zeit ist, was wir mit "Gott" meinen und wie mit der Transzendenz richtig umzugehen ist: das Metaphysikproblem. Hierzu zeige ich mit Meister Eckhart einen Menschen in seinem Streben nach Innewerden der tiefsten Wahrheit, jenseits von Gott und Dreieinigkeit als Adaptionen des Transzendenten an Muster menschlichen Daseins, die es in dieser Funktion zu durchschauen gilt - oder wie Eckhart es sagte: "Vernunft bricht sich durch [alle menschlichen Muster] bis in die Wurzel der Gottheit". Goethe: "Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis." Nur das innerste Fundament des Seins, das in sich selber unbeweglich bleibt, ist Eckhart als Letztbegründung seines aufs Höchste zielenden Strebens würdig genug. Er zeigt uns, daß es die Letztbegründung für alles durchaus gibt - allerdings nur für den, der hoch genug strebt und tief genug gründet.


Darum geht es

Der Philosophie geht es um das Ganze und seinen Zusammenhang. Wer nicht das Ganze bedenkt, bedenkt zu wenig.

Doch was ist das "Ganze"?

Ist das Ganze die Summe menschlichen Wissens? Es wäre sicher löblich, das ganze Wissen zu kennen. Doch wer kann das schon? Aber selbst das wäre zu wenig.

Das Ganze ist auch nicht die Summe des Seins, wie es sich uns darbietet. Denn dann hätten wir immer noch zu wenig bedacht: Wir hätten nämlich uns selbst als den Bedenkenden vergessen.

Erst wenn wir unser Bedenken bedenken und unsere Rolle als Beobachter ins Kalkül stellen, sind wir auf dem Wege des Verstehens. Die Abhängigkeit des Wissens von unseren kognitiven Strukturen und unseren jeweiligen Anliegen zu durchschauen, ebnet den Weg zu einer Gesamtwissenschaft, die qualitativ eben mehr ist als die Summe von Wissen, weil sie auf Weisheit gründet.

Doch selbst dieses erkenntnismäßige Ganze in der Einheit von Subjekt und Objekt ist immer noch nicht das Ganze, um das es uns gehen sollte. Infolge der den Menschen durch Wissenschaft, Technik und Zahl zugewachsenen Wirkfähigkeit gilt es auch, die Folgen menschlichen Denkens und Tuns auf den Zusammenhang des Ganzen von Mensch und Natur zu bedenken, damit wir zu einer aufgeklärten Selbststeuerung kommen, wollen wir als menschliche Spezies auf Dauer bestehen. So ergibt sich durchaus das Sollen aus dem (Eingebunden-)Sein - eine holistische Ethik. Sünde, d.h. Absonderung, nämlich ist es, sich nicht als Teil des Ganzen zu sehen und für es Verantwortung zu übernehmen.

Um das Sein, in dem menschliche Existenz eingebettet ist, in seinem Für-sich-Sein zu erkennen und es zu erhalten, müssen wir uns ihm selbstlos in Respekt nähern, anstatt aneignend, unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit, nur auf sein Für-uns-Sein zu achten. Darin besteht für mich die besondere Würde des Menschen, die er sich selber geben muß: daß er von sich aus Weisheit sucht und Verantwortung übernimmt, rein aus Liebe zur Schöpfung, als den Widerschein jener alles tragenden und alles gestaltenden immanenten Kraft, die in ihm zu ihrer Bewußt- und Innewerdung bereit liegt. Und so wie er sich ihr nähert, so wird sie ihn empfangen: liebend oder abweisend.

Vom Wissen zum Verstehen und letztlich auch zum Verstehen des Verstehens zu kommen sowie die Verantwortung des Menschen für die Mitwelt aufzuzeigen und anzumahnen, ist das Hauptanliegen dieses Buches, in dessen Zentrum drei Texte über das Lehrgedicht des Parmenides* stehen. Das Buch wurde in der Hoffnung geschrieben und veröffentlicht, die allgemeine Weisheit zu fördern. Der Leser möge bitte prüfen, ob es dies vermag.

*Professor Dr. Karl-Josef Durwen schreibt in seiner preisgekrönten virtuellen Bibliothek Ureda (www.ureda.de) in der Bibliothek zur Philosophie unter dem Stichwort Parmenides über meine Arbeit: "Erkenntniskritische und naturphilosophische Betrachtungen zu Parmenides vor dem Hintergrund, die Einheit des Daseins als Basis auch für ökologische und ethische Problemlösungen zu sehen, stellt Helmut Hille an (Link)." Meine Texte zu Parmenides finden Sie hier in "II. Philosophie und Hirnforschung" unter (5) - (5b).

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