Helmut Hille

Für ein neues Weltbild der Physik

mit meinem Vorschlag "was die Welt im Innersten zusammenhält."



"Das Sein ist ... je zusammen alles, als EINES zusammenhaltend."
Parmenides ca. 540 - 480 v.d.Z., Über das Sein

Einführung
Es ist nur menschliche Sehgewohnheit, getrennt Gesehenes als definitiv getrennt Existierendes zu halten, obgleich schon das System Sonne-Erde-Mond das Gegenteil beweist. Keiner dieser Körper hätte ohne den anderen seine Bahn und es gäbe auf der Erde keine Gezeiten. Verschränkte Quanten haben gezeigt, dass ihr gemeinsamer Ursprung sie sich als Eines verhalten lassen. Ebenso ist der Big Bang der Ursprung aller Materie unseres Kosmos zu einer neuen immanenten Einheit, die sich in Form der Gravitation zusammenhalten möchte, während sie äußerlich gleichzeitig expandiert. Die Gravitation ist nur ein weiterer Beleg über die Macht des Unsichtbaren, die es endlich zu akzeptieren gilt. Heute sucht man als Ausweg das Unsichtbare in dunkler Materie und Energie. Aber das Unsichtbare, um das es mir geht, ist kein Teilchen. Und Unsichtbares wie die Gravitation bildhaft "erklären" zu wollen, halte ich für reine Literatur. Es ist nur die Rückseite des Sichtbaren, die wir mit der Gravitationskonstante erfassen. So ist die Gravitation eine Form der Verschränkung aller betroffenen Materie (auch Strahlung ist Materie), von mir hier Superverschränkung genannt. In der Verbindung mit drei weiteren Prämissen ergibt sich ein Weltbild der Physik, das ein rationales ist, das auf klaren, einsichtigen Prämissen beruht, die jedermann nachvollziehen kann.

These 1 und 2
Physikalisch beruht mein Weltbild auf 2 neuen Aussagen und auf 2 bekannten. Die neuen Aussagen sind 1. Die Unterscheidung von Universum und Kosmos. Unser Kosmos, aus einem gemeinsamen Ereignis hervorgegangen, ist möglicherweise nur einer von vielen in einem Universum ohne Grenzen in Raum und Zeit. Das würde die Vergangenheit und die Zukunft des Kosmos erklären. 2. Die Gravitation ist ein Phänomen der Verschränkung aller betroffenen Materie durch den sog. Urknall, durch den sie innerlich eines wurde, weshalb sie ständig versucht, sich wieder zu vereinen. Diese Superverschränkung ist es, die die Welt im Innersten zusammenhält. In dieser Sicht ist die Gravitation ein weiterer Beweis des Urknalls, denn von nichts kommt nichts. Schon Aristoteles beschrieb die Gravitation als ein Streben der Körper nach ihren "natürlichen Ort". So wie verschränkte Teilchen über beliebige Entfernungen momentan aufeinander reagieren, so ist die Gravitation von Anfang an am Ort ihres Wirkens, muss weder zuvor etwas kunstvoll "krümmen" noch irgendwo hineilen, was ja dann erst Fernwirkungen wären, die Einstein zu Recht ablehnte. Die Dinge sind sich nicht fern - wir sehen sie nur so. Das ist die Lösung des Rätsels! Also auch hier geht es um die Rolle des Beobachters, nämlich um seine Sehgewohnheit, die er sich bewusst machen muss. Bereits Newton sah keine Notwendigkeit eines Zeitfaktors für die Gravitation, schon weil er zu absurden Konsequenzen führt (s. These 4).

Die Natur der Gravitation
Zur Unterscheidung von der Teilchenverschränkung habe ich die von mir hier gemeinte umfassendere Verschränkung provisorisch "Superverschränkung" genannt. Die erklärt also nicht die Teilchenverschränkung wie im Herbst 2019 in Freiburg von einem Einsteinfreund von mir gefordert wurde. Die sehe ich eher als Teil der Superverschränkung, wenn in ganz kleinen Dimensionen geforscht wird. Mein Vorschlag der Superverschränkung aller kosmischen Materie als die Natur der Gravitation ist eine Weiterführung der Quantenphysik, die man aus metaphysischen Gründen sich bisher nicht getraute zu Ende zu denken. Dabei ist das Doppelspaltexperiment als eines der wichtigsten Experimente in der Geschichte der Physik letztlich nur durch die Verschränkung aller Materie durch den Urknall zu verstehen, wie das inzwischen auch einige andere Autoren so sehen. Es gibt in dieser Sicht nicht nur kein Problem zwischen der Gravitation und den Teilchen, das die Physikergemeinde immer noch umtreibt - ganz im Gegenteil: erst die Quantenphysik macht uns die Gravitation und den Kosmos verständlich. Was kann man von einem physikalischen Weltbild heute mehr erwarten? Man muss nur den Mut haben, es zu denken.

These 3 und 4 und die Einheit der Physik
Außer den 2 bisher genannten neuen Gründen für ein neues Weltbild der Physik, ist 3. noch die konsequente Beachtung des bekannten Energieerhaltungssatzes unabdingbar, damit Physik Wissenschaft bleibt, sowie Newtons Gravitationsverständnis als 4. These. Aus dem Energieerhaltungssatz ergibt sich, dass unser Kosmos eine Vergangenheit und eine Zukunft haben muss. Deshalb meine Unterscheidung von Kosmos und Universum. Sie ist also zwingend. Und Newtons Gravitationsgleichung zeigt, dass das Verhältnis der Gravitationsstärke eines Körpers konstant zu der Menge seiner Materie ist, umgangssprachlich falsch "Masse" genannt ("Masse" ist ein Maß der Menge), was zu Recht Gravitationskonstante heißt und sich bestens bewährt hat. Die Gravitation kann also nicht "abgestrahlt" werden, wie man heute so leichtfüßig fabuliert, denn sonst gäbe es z.B. eines Tages einen Kosmos voller Gravitationsenergie ohne zugehörige gravitierende Körper - irre! was man zudem - trotz des hohen Alters unseres Kosmos - auch noch nirgends beobachtet hat. Ich finde es vernünftig davon auszugehen, dass der Kosmos, ob nah oder fern, ob auf der Erde oder im Weltraum durch seinen gemeinsamen Ur-Sprung überall von gleicher Natur ist* und halte es zudem mit Newton: hypotheses non fingo. Und sie braucht es auch nicht! Alles ist uns schon bestens bekannt - wir können es nur nicht glauben. Eine konsequente Kosmologie war die letzte große Lücke der Wissenschaft, deren Ausfüllung die Einheit der Physik wieder herstellt, die stets das oberste Ziel und Kriterium der Physik als Wissenschaft sein muss.

Nachtrag
*Die überall gleiche Natur des Kosmos könnte man auch These 5 nennen: "Einheit des Kosmos durch seinen gemeinsamen Ur-Sprung", was die All-Gültigkeit meiner Thesen sichert. Von Ur-Sprung bis Quantensprung: die Natur macht Sprünge und sie sind ihr wesentlich als ihr schöpferisches Prinzip. So wäre nach der Ursprungsfrage die Schöpferfrage gleich auch noch geklärt. - "Urknall" und "Big Bang" sind irreführende Begriffe, denn einen "Knall/Bang" kann es immer nur dort geben, wo es Luft gibt die erschüttert werden kann und Ohren dies zu Hören, was "am Anfang" (des Kosmos) sicher nicht der Fall war.

 Zusammenfassung
 These 1: Die Unterscheidung von Kosmos und Universum
 These 2: Die Gravitation als ein Verschränkungsphänomen
 These 3: Konsequente Beachtung des Energieerhaltungssatzes
 These 4: Die Gravitationskonstante weder variabel noch verlierbar

 Die Thesen 1 und 4 sind Konsequenzen der These 3 (Energieerhalt)
 These 2: Mein Vorschlag für ein vertieftes Verständnis von Gravitation,
 "daß ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält." (Goethe/Faust)

 Die Kosmen kommen und gehen - doch die Energie, das Universum bleibt. 

Zu allen Thesen muss nichts Neues entdeckt werden. Es genügt, die bekannten Phänomene richtig zu benennen. Auf diese Weise ergibt sich ein neues Weltbild der Physik ganz von selbst. Und ich denke, widerlegt werden kann es auch nicht.

Meine kosmologische Sicht sollte auch einem Namen haben. Wie wär es mit "Dynamisches Universum"? weil es in allen seinen Teilen durchgehend dynamisch ist.

Verlauf Kosmos:   Dynamisches Universum    Ur-Sprung    + Superverschränkung     Dynamisches Universum


Der Kosmos ist weder statisch noch zyklisch, sondern dynamisch. Aus autistischer Angst vor Dynamik bleibt die herrschende Kosmologie uns alle vernünftigen Antworten schuldig.
"Angesichts individueller und kollektiver Bedürfniswahrheiten wird ein Philosophieren in Grundfragen immer schnell zum psychologischen Problem." (nach Friedrich Seibold)

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